Meine Kollegin Bahía

In der Pandemie haben sich viele Menschen einen vierbeinigen Kumpel ins Leben geholt. Oft aus dem Tierschutz, manchmal Hunde mit wenig Erfahrung im Zusammenleben mit Menschen oder Artgenossen. Glücklicherweise sind Hunde anpassungsfähig und wer das Glück hat, dann auf positiv arbeitende Hundetrainer*innen zu stoßen, kann sich freuen. Mit ein wenig Unterstützung und gutem Management entspannt sich manch schwierige Situation und das Mensch – Hund Gespann wird ein tolles Team. So auch meine Spanierin Bahía und ich.

Aus meinem Homeoffice kann ich mir meine Kollegin Bahía nicht mehr wegdenken! Was wäre das fad. Alleine schon das ruhige atmen auf der Hundedecke an meiner Seite, begleitet von manch wildem Traum oder einfach wohligem Seufzer wirkt doch so beruhigend. Arbeite ich zu lange in die Mittagspause hinein, schiebt sich ihr Kopf unter meinem Arm durch oder sie legt den Kopf auf die Tastatur. Das eindeutige Zeichen für PAUSE!

Und die mache ich dann auch. An der frischen Luft, egal bei welchem Wetter, gehen wir spazieren. Das ist gut für den geplagten Büro-Rücken, den Kreislauf, die Atmung und die gute Laune. Dann essen wir zusammen, kuscheln ein paar Minuten und es kann konzentriert weiter gehen. 

Wenn ich nicht auf den Hund höre und in seltenen Fällen stark über der Mittagszeit bin, dann mahnt sie mich auch schon mal ab. Indem sie ein bisschen Blumenerde aus dem Topf verteilt, anfängt herumzuhüpfen wie ein Rodeo Pony oder vehement den Kopf auf meine Hände legt. Reagiere ich dann immer noch nicht, legt sie sich wieder hin. Meine Hündin hat ein sehr feines Gespür dafür, wann ich keine Zeit habe für sie und wann es sinnvoll ist mich zu „fragen“.

Nach der Arbeit geht es wieder raus in die Natur, wir schlendern über Wiesen, Wald und Feldwege und genießen die Abendstunden.

Für mich ist Bahía die beste Kollegin, die man sich wünschen kann 🙂

Und hier ergänzend noch einige Fakten zum Thema Hund im Büro:

  • 70% würden gerne ihr Haustier mit zur Arbeit bringen, wenn es erlaubt wäre*
  • 35% glauben, dass Tiere am Arbeitsplatz die Work-Life-Balance verbessern*
  • 20% meinen, dass Tiere am Arbeitsplatz Kontakte und Beziehungen zu Kollegen fördern*
  • 42% denken, dass Tiere am Arbeitsplatz eine entspanntere Atmosphäre schaffen*

*Unabhängiges Marktforschungsinstitut, Deutschland, 2017

Studie von 2012 mit folgenden Ergebnissen:

  • Bei Mitarbeitern mit Hund wurde im Laufe des Tages ein Rückgang des Stresses festgestellt.
  • Bei Nicht-Hundebesitzern, oder denen, die ihren Hund nicht dabei hatten, ein Anstieg des Stresslevels.
  • Bei der Gruppe, die ihre Hunde zu Hause ließ, normalerweise die Hunde aber dabei hatte, war ein signifikanter Anstieg des Stresslevels zu beobachten.
  • Beobachtet wurde einzigartige hundebezogene Kommunikation am Arbeitsplatz, die zu hoher Leistung und Zufriedenheit der Mitarbeiter beitrugen.
  • Unter den Mitarbeitern gab es überwiegend positive Resonanz, man arbeitete besser zusammen und hatte weniger Stress.
  • Ohne dass man es explizit untersuchte, wurde festgestellt, dass Mitarbeiter ohne Hund sich bei den Kollegen mit Hund zum Ausführen der Hunde anmeldeten.

Quelle: Randolph T. Barker
Virginia Commonwealth University
Preliminary investigation of employee’s dog presence on stress and organizational perceptions. 30.03.2012.

Hunde senken den Stresslevel 

Dieser Effekt wurde Anfang des Jahrhunderts durch einen Wissenschaftler an der Virginia Commonwealth University in den USA herausgefunden. So soll bei regelmäßigem Streicheln eines Hundes das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet und das Stresshormon Cortisol abgebaut werden.

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